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1. Station | Amarcolitanus & die Geschichte der Kelten

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Der keltische Historiker Amarcolitanus erzählt von den Kelten. Die erste Station der Oberschwäbischen Keltenstraße findet sich auf dem Ennetacher Berg bei Mengen.

Finde die Stationsbeschreibung hier: „Keltische Höhensiedlung Mengen Ennetach„.

Hier beginnen wir mit der Oberschwäbischen Keltenstraße, die uns zu Originalschauplätzen der Kelten führt. Um einen Eindruck von der Welt der Kelten zu erhalten, empfehle ich Dir das Museum in Hundersingen, das Freilichtmuseum Heuneburg und den archäologischen Wanderweg zuerst zu erkunden. Auch das Römermuseum und der entsprechende archäologische Wanderweg ist sehr interssant! Dabei erhält man einen guten Eindruck über das Leben der Kelten bis zum Eindringen der Römer von Süden und den Germanen von Norden. Zu den hereinströmenden elbgermanischen Stämmen gehörten die Suebi und die Alamannen. Die Suebi war ein Stammesverbund der den Schwaben seinen Namen gab. Ja! Die Schwaben waren ursprünglich „Fischköpfe“. So ist auch das nahegelegene Römermuseum interessant für das Gesamtbild der Antike in Oberschwaben.

1_Amarcolitanus

© Till Adloff info@till-now.de

Hallo! Ich bin Amarcolitanus, was soviel heißt wie „Weitblickender“. Ich bin der Historiker unter uns Kelten und ich glaube zu wissen, woher wir kommen. Ursprünglich stammen wir, samt unserer Pferde, die uns sehr am Herz lagen, aus der Steppe Kaukasiens und damals kamen wir wohl aus Indien, denn unsere Kulturen haben viel gemeinsam. Um den Beginn der Eisenzeit herum begann sich unsere Kultur in dieser Gegend aus der Urnenfelderkultur herauszubilden, also ungefähr zwischen 1.000 und 800 Jahre vor Christi Geburt. Ab ungefähr 750 v. C. redet man von den Kelten. Der Legende nach, wurde Rom am 21. April 753 vor Christi Geburt gegründet. Leider war es uns verboten zu schreiben, sodass wir leider vergessen haben, wann unsere große Gründungsfeier war und gefeiert haben wir Kelten das bestimmt!

Woher kommen die Kelten?

Wir wanderten also aus der asiatischen Steppe vor ca. 3.000 Jahren aus, der Grund war wohl das Klima, wir hatten große Ernteausfälle, also nahmen wir unsere Pferde und kamen nach Europa, dort teilten wir uns: Ein paar zogen über Anatolien in Richtung Griechenland und die andere Gruppe ritt ins Donautal.

Hier fanden wir bereits eine Bevölkerung vor, die man später die Urnenfelderkultur nennen sollte, wir wurden ein Teil der Kultur und zusammen gründeten wir das europaweite Gebiet der Kelten.

Uns Kelten in Europa verband die gemeinsame Kultur, die man in den vielen Gräbern fand, wir alle hatten ähnliche Kriegssitten und eine ähnliche Religion, wenn sich auch die Götter von Ort zu Ort unterschieden. Doch unser Gebiet erstreckte sich bei der größten Ausdehnung von den britischen Inseln über den Kanal bis Spanien; über Frankreich, Belgien, Schweiz, Norditalien, Süddeutschland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien bis zu weiteren Gebieten in der Türkei. Riesig was? Aber wir waren kein einheitliches Volk, das wirst Du noch sehen. Was uns vor allem verband, war eben die Kultur. Wichtiger waren uns aber der Clan und die Familie. Und die Druiden hielten unsere Stämme zusammen.

Kelten oder Gallier?

Die Römer nannten uns Gallier, die Griechen, die wir anfangs sehr mochten, nannten uns Kelten, aber keiner weiß, wie wir uns nannten. Vielleicht haben es die Griechen einfach übersetzt, denn das Vorwort „kel“ kann man mit erheben, schlagen, hauen, verbergen übersetzen. Und wir waren schon ein kriegerisches Völkchen, wenngleich nicht so archaisch und wild, wie es viele glauben machen wollen.

Keltische Überbleibsel heute

Wir gründeten noch heute bekannte und unbekannte Orte, wie Mailand, das waren die Isuberer, das ehemalige Lutecia, das heutige Paris hat seinen Namen von dem damaligen gallischen Stamm der Parisii, Lyon von Lug, dem Sonnengott. Heute ist es Linz, damals Lentia. Der Winterskiort Ischgl, hieß mal Isela. Wien war Vindobona (weißer Fluss) und viele, viele weitere Orte, auch viele auf dieser Strecke haben, wie man an den Ortsnamen noch erkennt, wir Kelten gegründet. Wir gaben auch vielen Flüssen ihren Namen, wie dem Rhein, der mal Rhenus hieß oder die Donau, die wir Danuvius nannten. Beides waren übrigens wichtige Gottheiten, so habt‘ Respekt vor Ihnen! Selbst die Goten haben in der Donau einen Gott erkannt. Der Tegernsee hieß bei uns Tigurini, die Tauber Dubra und der Main Moenus. Ich glaube auch das Enetach vom keltischen enech – Gesicht oder gegenüberkommt. So wie im Französischen „enface“ gegenüber bedeutet.

Orte mit den Teilwörtern -briga (Hügel), -dunum (Stadt), durum (Stadt), magos (Feld), bona (Fluss) sind Siedlungen aus keltischer Hand. Auch solche Ortsnamen, die Silben enthalten wie, birva (Brücke), ialum (Rodung), lanum (Ebene), nementon (Kultischer Ort), randa (Grenz-) oder ritum für Furt.

Zeittafel zusammengesetzt

Keltische Wanderungen

Ab 600 bis 300 vor Christi Geburt begann sich die keltische Kultur in Wellen auszubreiten, die Menschen zogen in die angrenzenden Gebiete, ins heutige Italien und weiter nach Westen auf das Gebiet des heutigen Frankreich. Der Stammesverband der Boii (im heutigen Böhmen und östlichen Bayern) wanderte östlich der Alpen nach Süden in den Balkan und Italien. Übrigens stammen die Namen „Böhmen“ und „Bayern“ vermutlich auch von den Boii ab. Für die Experten unter Euch: Das ist dann der sogenannte Osthallstattkreis, wir befinden uns hier aber im Bereich den man den Westhallstattkreis nennt, und diese Route führt Euch weiter durch diesen Westhallstattkreis. Näheres dazu lernt ihr an der nächsten Station von Orgetorix.

In den folgenden Jahrhunderten trauten sich die keltischen Stämme weit vor, wir standen im Jahr 387 vor Christus sogar vor den Toren Roms und rund zehn Jahre später vor dem griechischen Heiligtum von Delphi. Zuvor verstanden wir uns mit den Griechen prima, sie waren eigentlich unsere Vorbilder. Ich weiß nicht was da passiert ist, vielleicht war es die Gier nach den Schätzen, aber in Delphi haben wir auch nicht wirklich gewonnen. Rom hingegen haben wir fürchterlich zugerichtet.

Und nochmal, im 3. und 2. Jahrhundert vor Christus, zogen wir aus, um neue Siedlungen zu gründen. Die Griechen sprachen damals davon, dass rund 300.000 Kelten auswanderten.

In den Kriegen, die die Wanderungen auslösten, schlugen wir uns lange Zeit ganz gut, wir hatten unsere besondere Taktik, aber das wird Euch Cingetorix erzählen. Doch eines Tages, so um das Jahr 292 vor Christus, bei der Schlacht von Sentinum, dem heutigen Sassoferrato in Italien, sollte zunehmend schlechter um uns stehen.

Damals, so beschreiben es die Chroniker der Römer, die uns nie wirklich mochten, lagen wir uns gegenüber. Gespannt warteten beide Lager, dass es losgehen würde. Wir brüllten und schwangen unsere Schwerter, während die Römer in Formation vor uns standen. Plötzlich rannte eine Hirschkuh über das Feld zwischen den Römern und uns Kelten, sie floh vor einem Wolf. Die Hirschkuh rannte auf uns zu und der Wolf zu den Römern.

War das ein Zeichen der Götter? Die Römer dachten es sich so, denn der Wolf stand für die Römer. Während wir die Hirschkuh unseren Göttern opfern wollten und sie erlegten. Zunächst schienen unsere Kriegsgötter uns geneigt, unsere Streitwagen waren neu für die Römer, doch das Opfer war wohl nicht genug, denn unser großer Anführer wurde getroffen und starb ehrenhaft auf dem Schlachtfeld. Unsere Männer verloren den Mut und die Römer gewannen, wie fortan des Öfteren.

Ausbreitung Kelten Europa

Wie ging es weiter?

Ja, die Römer und dann noch die Germanen … ist es da ein Wunder, dass es uns heute hier nicht mehr gibt? Vielleicht sind wir auch selbst schuld? Auf den kommenden Stationen wirst Du mehr erfahren, andere große Kelten und Götter erwarten Dich. Es ist eine lange Strecke bis zur Weisheit, wirst Du unsere Geheimnisse herausfinden können? Schon als nächstes kommt ein Rätsel über uns Kelten, ha –wirst Du die Frage beantworten können, was damals passiert ist? Viele sind schon gescheitert an diesem Punkt…

Literaturverzeichnis

Die nächste Station der Oberschwäbischen Keltenstraße ist unter den folgenden GPS Daten zu finden: : 47.994316,9.53055. Weitere Stationen: 48.017666,9.547505, 48.067921,9.579155, 48.080566,9.643222

2 Responses to 1. Station | Amarcolitanus & die Geschichte der Kelten

  1. markgermane 28. Dezember 2016 at 21:08 #

    Hallo
    Sehr schön und informativ Danke .)
    Ich lebe nahe am Rhein und da waren Kelten und Germanen.
    Gruß
    Markgermane

  2. Josefina 17. Juni 2017 at 23:55 #

    Guten Tag,

    Ich bin ein Kelte aus der Schweiz, ein Helvet,
    die Sprache der Kelten war wohl Farsi/Parsi

    Liebe Güsse

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